Februar, 2020

07FebGanztägig02AugAktuellKunsthalle: TrauernThemenausstellungHamburger Kunsthalle

Details

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Miniatur-Särgen Kudjoe Affutus (*1985) aus Ghana bis hin zu Andy Warhols (1928–1987) ikonischem Porträt Jackie von 1964. Erstmalig in Deutschland sind die Schrift-Arbeiten der mit dem Turner-Prize 2019 ausgezeichneten britischen Künstlerin Helen Cammock (*1970) zu sehen. Von besonderer Aktualität ist zudem die Werkserie von bearbeiteten Fotografien aus dem Syrien-Krieg von Khaled Barakeh (*1976), die das jahrhundertealte Bildmotiv der Pietà (italienisch für Frömmigkeit, Mitleid) aufgreift. Eine speziell für die Ausstellung entstandene Klanginstallation der schottischen Turner-Prize-Trägerin Susan Philipsz (*1965) lässt im Lichthof der Galerie der Gegenwart die alte Tradition des Wehklagens (engl. keening) aufleben.

Der Japaner Seiichi Furuya (*1950) webt persönliche Verlusterfahrung (den Selbstmord seiner Frau) und den Abgesang auf eine politische Gesellschaftsstruktur (DDR) ineinander. In eindrucksvollen Bildern verbindet die international renommierte Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) den persönlichen Verlust ihrer Mutter mit einer grundlegenden Infragestellung ihrer künstlerischen Schaffenskraft. In dem Film I’m too sad to tell you (1970/71) wirft Bas Jan Ader (1942–1975) Fragen nach Privatheit und Öffentlichkeit, nach Konvention und Peinlichkeit, nach Grenzen der Sprache sowie der Darstellbarkeit auf. Die eindrucksvollen, großformatigen Fotografien der amerikanischen Künstlerin Anne Collier (*1970) sind auf der Grundlage von Comics aus den 1950/60er Jahren entstanden und entblößen die mediale Umsetzung einer weinenden, jungen und schönen Frau als kühle Konvention und geschlechtsspezifisches Rollenbild.

Die Werke machen deutlich, dass die Art und Weise des Umgangs mit Trauer, ihrer Darstellung und ihrer Wertung abhängig vom kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld ist und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Miss- und Zustände zulässt. Die enorme Vielschichtigkeit des Themas wird anhand von Kapiteln wie »Melancholie und Trauer«, »Trauer und Geschlecht«, »Kollektive Trauer«, »Trauer und Protest«, »Formen des Abschieds«, »Die Unfähigkeit zu trauern« veranschaulicht. (…)

Mit Werken von Bas Jan Ader, Kudjoe Affutu, Khaled Barakeh, Christian Boltanski, Helen Cammock, Anne Collier, Johannes Esper, Sibylle Fendt, Seiichi Furuya, Paul Fusco, Felix Gonzalez-Torres, Aslan Ġoisum, Ragnar Kjartansson, Maria Lassnig, Jennifer Loeber, Ataa Oko, Adrian Paci, Philippe Parreno, Susan Phi-lipsz, Greta Rauer, Willem de Rooij, Michael Sailstorfer, Thomas Schütte, Dread Scott, Rein Jelle Terpstra, Rosemarie Trockel, Tilman Walther und Andy Warhol.

Weitere Ausstellungen: „Goya, Fragonard, Tiepolo“ bis 31. Mai 2020. „Unfinished Stories“, Geschichten aus der Sammlung, bis 29. August 2020.
360 Grad-Tour durch die Kunsthalle

Dauer

07. Februar 2020 - 02. August 2020

Ort

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg

Öffnungszeiten

Di bis So, 10.00 bis 18.00. Do bis 21.00. Do an oder vor Feiertagen bis 18.00 (Änderungen möglich).

Weitere Informationen

Website

Quelle und Copyright

Quelle: Hamburger Kunsthalle. Motiv (part of the original image): © Maria Lassnig (1919–2014), Balken im Auge / Trauernde Hände, 1964, Öl auf Leinwand, 77 x 115 cm, © Maria Lassnig Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2019.
Dies ist ein redaktioneller Eintrag auf Hamburg2go.

Hamburger KunsthalleGlockengießerwall 5, 20095 Hamburg

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