Januar, 2020

22JanGanztägig27Feb9. Arabesques Festival - Après moi le Déluge?Deutsch-franz. Kulturfestival

Details

Beim neunten Deutsch-Französischen Kulturfestival arabesques treffen sich fünf Wochen lang deutsche und französische Künstler in und um Hamburg. Mit dem Thema „Après moi le Déluge!? – Nach mir die Sintflut!?“ begeben sie sich in über 30 Veranstaltungen – von Neuer Musik, Film, Debatten bis hin zu Tanz, Chanson und Theater – auf die Spurensuche nach Möglichkeiten, die Demokratie mit neuen Visionen aufzufrischen und Formen des Zusammenlebens zu finden, die von Verantwortung statt Spaltung, Diversität und Offenheit geprägt sind.

Zukunft Europa

Seit Jahren operiert die Europäische Union im Krisenmodus zwischen Euro, Brexit und Migration. Doch vor allem junge Menschen wühlen die Debatte um Freiheit und Demokratie auf. arabesques eröffnet das Festival mit der Frage, welche Ängste und Träume junge EuropäerInnen gegenwärtig beschäftigen. Im Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Dr. Ronja Kempin diskutieren Studierende aus Frankreich, Großbritannien, Polen und Deutschland in der Bucerius Law School (22.1.). Madame de Pompadour, auf die der Ausruf „Nach mir die Sintflut“ zurückzuführen ist, widmet sich ein von Marie-Luise Bolte am Klavier begleiteter Stummfilm im Metropolis Kino. Ernst Lubitsch machte 1919 den historischen Stoff zur ironischen Tragikomödie (10.2.). Brauchen wir eine neue Aufklärung? Diese Frage diskutieren Alain Crouzet und Felix Lund im deutsch-fran­zösischen philosophischen Café in der Mathilde Bar (17.2.). Auch in Stadien und nicht nur unter Fans lassen Diskriminierung, rassistische Anfeindungen und gewaltsame Übergriffe gemeinsame europäische Werte vergessen. Hat der Profifußball mit Gewinnspannen, die größer sind als im Drogenhandel, versäumt, seine gesellschaftliche Verantwor­tung wahrzunehmen? Mit der dokumentarischen Collage „On est passés au respect“ von Raphaël Merkle wird das von arabesques initiierte Jugendaustauschprojekt Film & FußballCoupe arabesques pour la jeuXnesse européenne vorgestellt. Experten aus Amateur- und Profisport diskutieren danach über Fußball- und Fankultur in Europa im Oberhaus des ETV Hamburg (27.2.).

Natur – Freiheit – Mut

Wie wir mit der Natur umgehen und wieviel wir uns selbst und unser Nächster uns wert ist, das fragt das deutsch-französische Lied-Duo Linda Joan Berg (Sopran) und Lémuel Grave (Klavier) gleich an zwei Abenden unter dem Titel „nature – liberté – amour I + II“. Mit Kompositionen von Schubert, Lili Boulanger, Berlioz, Debussy und Maeterlinck nehmen sie im Theatersaal des Augustinums Aumühle und in der Klangmanufaktur mit ins Innere der Seele (24.1.+18.2.). Den Widersprüchen des Lebens und einem humorvollen Blick darauf widmet sich auch das Programm des „Ensemble arabesques“, das gemeinsam mit dem vielfach ausgezeichneten Trompeter Matthias Höfs im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Werke von Claude Arrieu, Jean Francaix, Paul Hindemith und ein außergewöhnliches Arrangement von Felix Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“ spielen wird (30.1.). In dem ersten Film von Andréa Bescond und Éric Métayer „Les chatouilles“ geht es um die Befreiung von einem Kindheitstrauma, Wut und Tanz (04.02.). Das Ensemble « Voix de femmes » und der Projektchor „Gjeilo – Song of the Universal“ singen über die Mysterien der Natur und ihre Unermesslichkeit (22.2.). Die Theater-Performance „70 % Wasser“ des Nachwuchsensembles IACT ist eine sinnlich erfahrbare Auseinandersetzung mit der Beziehung des Menschen zum Wasser (23.2.). In „Spiralen der Erinnerung“ im Mahnmal St. Nikolai geht es mit Film und Konzert um Zivilcourage, Rache und Selbstjustiz. Mit Liedern u.a. von Hildegard Knef stimmen Les Maries auf den ersten Film „Die Mörder sind unter uns“ von 1948 ein (25.2.).

Solidarität und Exil

« Les Hurlements d’Léo » aus Bordeaux sind mit dem Thema Exil zurück und lassen auf der MS Stubnitz Rock auf Calypso, Gypsy auf Soul und Chanson auf Punk treffen. „Mondial Stéréo“ ist ein leidenschaftlicher Appell an Solidarität und Zivilcourage (7.2.). Auf dem zum Mahnmal umfunktionierten Flüchtlingsrettungsschiff „Sea Eye“ wird darüber diskutiert, warum humanitäre Katastrophen uns alle angehen (9.2.). Die bretonische Unabhängigkeitsbewegung und eine beißende Kritik an der Amtskirche sind die Themen des Nationaldichters der Bretagne, Xavier Grall. Sein Übersetzer Holger Naujokat liest aus seinem Manifest über die Liebe und die Hoffnung (16.2.). Mit „Queen Blood“ öffnet Choreograph Ousmane Sy einen Kosmos aus weiblicher Energie zu einem mitreißendem House-Soundtrack, die Tänzerinnen agieren dabei ungewöhnlich als Corps de Ballet (19.-21.2.). In dem aufwändig gestalteten Zeichentrickfilm „La prophétie des grenouilles“ sagen Frösche die Sintflut voraus, Tier und Mensch flüchten auf die Arche, doch die Fleischfresser würden die mitreisenden Schweine lieber auf dem Speiseplan sehen … Schüler diskutieren im Anschluss über Toleranz und Solidarität (20.2.).

Chanson, Swing, Musette & HipHop

Mit Gitarre, Ukulele, Synthesizer und Akkordeon vereint das Trio um die Elsässerin Léopoldine HH ein witzig-schräges musikalisch-literarisches Universum (25.1.). Das Duo Miroir mit Hanmari an der Violine und Hans-Georg Spiegel am Akkordeon spielt französische Musette und Berliner Musike (2.2.). Natalie Böttcher lässt die neorealistische Szenerie der blühenden Schattenwirt­schaft und anstehenden Weltwirtschaftskrise mit Klangfarben von Musette und hamburgischen Seemannsliedern aufleben, wenn sie im Mahnmal St. Nikolai den Stummfilm von 1928 „Die Carmen von St. Pauli“ begleitet (3.2.). Chansonsängerin Véronique Elling entführt mit dem deutschen Pianisten Henrik Giese ins Land der großen Sehnsüch­te mit Meisterwerken von Aznavour, Brel, Piaf, Gréco – und eigenen Kompositionen (5.2.). Passepartout aus Hannover spielen auf der MS Stubnitz deutsch-französischen HipHop, für „Kiosque“ haben die neun Musiker mit dem Produzenten Alex Sprave (Mando Diao, Samy Deluxe, Nico Suave …) gearbeitet (13.2.). „Rendez-Vous“, die temperamentvollen französisch-deutsch-dänisch-israelische Band spielt Schätze des französischen Chansons und mischt sie zu ihrem ganz eigenen Chanson-Swing (15.+26.2.). AmValentinstag lädt Nathalie L. Brochard in die Hafencity zum International Afterwork ein, um bei chill out und apéro die deutsch-französische Freundschaft zu feiern (14.2.).

Tickets

Tickets sind bei der Konzertkasse Gerdes erhältlich sowie an allen Even­tim-Vorverkaufsstellen, auch im Internet, soweit nicht anders bei den Ver­anstaltungen im Programmheft gekennzeichnet. Tickets für die Spielorte Alsterschlösschen, Kulturkirche Altona, Kampnagel, Institut Français und Metropolis Kino sind nur direkt dort bzw. den jeweiligen Vorverkauf des Veranstalters erhältlich. Ein Festivalpass wird 2020 nicht angeboten.
Das Konzert am 30.1. (Ensemble arabesques) ist der Auftakt zu einer Abo-Reihe im kleinen Saal der Elbphilharmonie (Termine und Programm siehe Seite 24 im Programmheft) mit Weihnachtskonzert in der Laeiszhalle (Kleiner Saal) am 20.12.2020. Abonnements für alle 4 Termine 2020 für PK1: EUR 139 / PK2: EUR 99 / PK3: 69 (für Mitglieder arabesques-hamburg e.V. ermä­ßigt PK1: EUR 105 / PK2: 75 / PK3: 55) sind erhältlich bei Konzertkasse Gerdes oder über die arabesques-Geschäftsstelle, Bei den Mühren 69a, 20457 Hamburg, T 040-34864031 oder per E-Mail an: gf@arabesques-hamburg.de. Ermäßigungen: An den Theaterkassen und im Internet sind keine ermäßigten Tickets er­hältlich, sondern nur gegen Berechtigungsnachweis an den Abendkassen und im Vorverkauf bei arabesques. Für die Veranstaltungen in Aumühle, Elmshorn und im Augustinum Hamburg können ermäßigte Tickets auch über den lokalen Vorverkauf der jeweiligen Spielorte bezogen werden.

Zum Deutsch-Französischem Kulturfestival arabesques: Das Deutsch-Französische Kulturfestival arabesques wurde 2012 zum ersten Mal von Barbara Barberon-Zimmermann und Nicolas Thiébaud ins Leben gerufen und findet seitdem jedes Jahr statt. arabesques beginnt immer am 22. Januar, dem Tag, an dem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer 1963 den Elysée-Vertrag über die deutsch-französische Freundschaft unterzeichneten. Der Name des Festivals stammt aus der arabischen Ornamentkunst, in der kalligrafische und natürliche Formen ein facettenreiches Gesamtbild ergeben. Der Begriff hat Eingang in den europäischen Kulturraum gefunden und bezeichnet diverse Kunstformen. Die Festivalorganisatoren möchten mit arabesques Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ermöglichen, bei Konzerten, Lesungen, Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen, Debatten und Tanzdarbietungen zu entdecken, wie sich verschiedene Kulturen begegnen, Trennendes überwinden und zu einem neuen gemeinsamen Ausdruck finden. Ziel ist außerdem, das Interesse an der französischen und deutschen Sprache und die Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland als Motor für den Friedensprozess in Europa zu fördern. Von der deutsch-französischen Freundschaft aus blickt arabesques über die Grenzen hinweg auf internationale Fragestellungen. Eine inhaltliche Klammer bildet das jedes Jahr wechselnde Thema, das der Frage nachgeht, wie die Grundwerte eines demokratischen Europas, der verantwortungsvolle Umgang miteinander gelebt und geschützt werden können.

Eröffnung: 22. Januar 2020, 19.00 in der Bucerius Law School, Jungiusstr. 6.
Um Anmeldung wird gebeten unter info@arabesques.de

www.arabesques-hamburg.de

Dies ist ein redaktioneller Basiseintrag auf Hamburg2go.

Dauer

22. Januar 2020 - 27. Februar 2020

Kontakt

Redaktionredaktion@hamburg2go.de

error: Geschützte Inhalte