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Der Jaguar F-Type S auf Wallfahrt

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AUTOMOBIL___
Jaguar F-TypeS im Praxistest

Testfahrt: Als wir bei Jaguar an der Alsterkrugchaussee auf den Hof kommen, ist es warm, mit etwas bedecktem Himmel. Der Wettergott meint es also gut mit uns. Einen Jaguar F-Type mit geschlossenem Verdeck zu fahren ist keine Option. Aber Offen-Fahren geht ja eigentlich immer, Hagel und Starkregen vielleicht ausgenommen. Zumal in Europas Cabrio-Hochburg Hamburg. Und wozu gibt es schließlich die Fußheizung? Der F-Type, der schon auf uns wartet, ist ganz eindeutig ein Poser, er zeigt was er hat und was er sein will: Ein reinrassiger Sportwagen.
Mit seinem gesamten Auftritt liegt er auf einer Linie mit seinem sensationell erfolgreichen Vorgänger, dem Klassiker schlechthin, dem Jaguar E-Type.
Die Einführung fällt ausgesprochen kurz aus, was schon daran liegt, dass ich die beiden Jaguar XJ und XF schon gefahren bin. Und somit nun Gelegenheit habe, mein Jaguar-Feeling aufzufrischen. Und ausserdem will ich auf die Straße. Dieser Wagen darf, muss, kann und will bewegt werden. Ein geparkter Jaguar ist nur ein Auto. Die Raubkatze im Firmenlogo ist ja auch im Sprung – und liegt nicht faul unter einem Baum herum.
Der für uns reservierte Wagen ist rot, mit schwarzen „Tornado“-Felgen, die für diese Testfahrt ansagen, was Programm ist. Und als ob die „normale“ Version nicht schon gereicht hätte, zeigt sich hier der „S“ mit 40 Pferdchen mehr unter der Haube.

Die richtige Reihenfolge ist: Ansehen, Einsteigen, das Verdeck öffnen (12 Sekunden) – und dann erst den Wagen mit dem Startknopf zum Leben erwecken, und das erste Durchblasen geniessen. Der mit Abstand interessanteste Knopf, links neben dem Wählhebel für die 8-Stufen Automatik, ist der Kippschalter für die Auspuffklappen. Bei geschlossenen Klappen faucht der F-Type wie eine bösartige Junior-Raubkatze. Sind die Klappen offen, wird der ausgewachsene Vater aus dem Käfig gelassen. Einmal mit geöffneten Klappen gefahren, gibt es kein zurück zum „Flüstermodus“ mehr, vielleicht noch beim stilvollen Ausrollen vor der Staatsoper.

Alles was eng ist geht jetzt, enge Kurven, enge Straßen: Große Bleichen und Neuer Wall mit ihren Schaufenstern reflektieren den Schall, der Jungfernstieg ist gut für einen angemessenen Spurt, natürlich ohne den Wagen senkrecht an einer Laterne hochzufahren. Augenmass und Pogefühl sind gefordert beim F-Type S, sonst endet der Spaß schneller, als man die Soundklappen öffnen kann. Etwas peinlich ist Dirk, meinem extrem kritischen anglophilen Freund, der glückliche Umstand, direkt vor dem Cafe Paris am Rathausmarkt einen Parkplatz zu finden. Die Cappuchino-Tassen auf den Tischen scheppern, wir unterbrechen die Fahrt kurz für eine Routenplanung, und einen coffein-geladenen Boxenstopp. Und versuchen irgendwie cool auszusehen, was aber einfach nicht klappen will.
Der Stopp ist kurz, wieder der Druck diesen Wagen zu fahren, weiter zu fahren. Wir entschliessen uns einen kurzen Schlenker zum Hauptbahnhof zu machen, dann durch die Hafencity und weiter auf die große Elbinsel. Da wir vor kurzem den „Anleger“ in Wilhelmsburg entdeckt haben, wird dies eine Pflichtstation: Die hübscheste Bedienung der Welt, direkt am Kanal sitzen, den Booten zusehen und Putensteaks vom Grill. Mehr geht nicht.

Vorher allerdings ruft der Wallringtunnel. Bei Lufthansa Technik am Flughafen gibt es eine Halle, in der Triebwerke getestet werden. Diese hat aber die Aufgabe, den Schall zu schlucken, damit die Anwohner nicht taub werden. Wir brauchen aber das Gegenteil, das perfekte Sounderlebnis. Von den Deichtorhallen her sehen wir die Buchstaben auf uns zukommen: WALLFAHRT.
Die Kacheln werfen den Schall zurück, und während der F-Type beschleunigt, kriegen wir das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Eigentlich sollte man neben dem Sightseeing-Ballon am Haus der Photographie eine Vermietstation einrichten. Die 380Watt-Anlage mit 10 Lautsprechern und 12 Kanälen bleibt ausgeschaltet. Dafür taucht der eingeschaltete Dynamic-Fahrmodus Instrumente und Türinnenleuchten in feuriges Rot.

Die Kennzahlen des F-Type sind Ziffern, die eigentlich nur eines dokumentieren: Es ist genug da, von allem (vergessen wir den Kofferraum). Fast 400 PS, knackige Abmessungen, die mit Hilfe eines wohl austarierten Radstandes die Leistungen perfekt auf die Strasse bringen. In der Fachsprache nennt sich dies „Massenträgheitsmoment“. Kombiniert mit einer Alukarosse und adaptiven Fahrwerk, sowie 380mm Bremsscheiben vorn. Kurvenfahrten sind das reinste Vergnügen, das Heck drückt kraftvoll in die Kurve, der Wagen lässt sich wunderbar beherrschen und verleitet zum Schnellfahren, keine Frage. Auf diese Idee hätten wir schon früher kommen können. Fazit: Dies ist ein besonderer Sportwagen (2013 in New York zum World Car Design of the Year ausgezeichnet), kein vernünftiges Auto. Aber, welche Sachen die Spaß machen sind schon vernünftig?

Die technischen Daten:
Motor: 380 PS
Beschleunigung: 0-100 km/h in 4,9 Sec.
Leergewicht: 1614 Kg
CO2-Emissionen: 213g/km
Preis: Eur 84.900

Fotos: Hamburg2go, DB

Der Jaguar F-Type S wurde uns für diesen Test für einen Tag zur Verfügung gestellt von:
Jaguar Hugo Pfohe, Hamburg
Alsterkrugchaussee 355, Tel: 040 50060-500
www.hugopfohe.de

Hamburg2go Politics: Die Initiative für diesen Lifestyle-Test ging von Hamburg2go aus. Von Seiten des Herstellers/Händlers sind keine weiteren Leistungen erfolgt ausser der Überlassung für den Test.

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