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Bis 19.12. Mikiko Sato Gallery – small is beautiful

GRUPPENAUSSTELLUNG_ 
Mikiko Sato Gallery,
24.November bis 19. Dezember 2018.

Die Ausstellung „small is beautiful“ setzt sich mit dem Begriff der Schönheit, der zeitgenössischen Kunst, dem Dokumentarischen und der Botschaft von Kunstwerken auseinander. Sie zeigt feine Lackmalerei und Silberstaub auf hauchdünnen Flügelmembranen und tiefschwarz glänzenden Chitinpanzern genauso wie entschlossen ausgeführte Pinselstriche in Acryl auf Leinwand oder beeindruckend in Szene gesetzte, monumentale Landschaftsfotografien. Schönheit als Beweis für einen fehlenden konzeptuellen Unterbau oder politische Botschaften zu verkennen, sei ein schwerwiegender und häufig gemachter Fehler. Die teilnehmenden Künstler verbindet Respekt für die Natur, deren vielfältiges Fortbestehen durch den Menschen bekanntlich zunehmend gefährdet wird. Zugegeben sieht man es ihnen diese politische Ebene nicht immer auf den ersten Blick an.

Mit Feingefühl und Eleganz fragen sie: Welcher Platz bleibt der Natur in Anbetracht des rasant fortschreitenden technischen Fortschritts? Dass diese Sorge keineswegs ein Phänomen des 21. Jahrhunderts ist, haben bereits Künstler wie William Morris (1834-1896) – Mitbegründer des Arts and Crafts Movement – oder der ebenfalls britische Ökonom E.F. Schumacher (1911-1977) aufgezeigt, dessen Ideen 1973 in der Publikation „Small is beautiful. A study of economics as if people mattered“ erstmals vollständig publiziert wurden. Im Kern argumentieren beide für eine Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen wirtschaftlichen und menschlichen Bedürfnissen. Schumachers Gedanken zur Relevanz des Umweltschutzes sowie der Problematik der Atomenergie und zunehmenden Ressourcenknappheit besitzen auch heute noch ernüchternde Relevanz. Ihre Lösungsansätze erinnern an ein gängiges japanisches Sprichwort, das frei übersetzt soviel heißt wie „Vergiss deine anfängliche Bescheidenheit nicht.“  Dieser Aphorismus geht auf Zeami Motokiyo (1363-1443), einen wichtigen Dramatiker des Nō-Theaters in der Muromachi-Zeit (1336–1573), zurück. Der Appell, die eigene aus Bescheidenheit entstammende Aufrichtigkeit und Neugierde zu Beginn neuer Lebensabschnitte niemals zu vergessen, liegt diesen Worten zu Grunde.

Wo liegt unsere Bescheidenheit? Der moderne Mensch erfährt sich selbst nicht als Teil der Natur,sondern als eine von außen kommende Kraft, die dazu bestimmt ist, die Natur zu beherrschenund zu überwinden. Er spricht sogar von einem Kampf gegen die Natur und vergißt dabei,daß er auf der Seite der Verlierer wäre, wenn er den Kampf gewönne. (Schumacher, 1973) small is beautiful – weder das Buch, noch die Ausstellung – ist keine Kritik am Fortschritt per se. Es ist eine Erinnerung an uns alle, unsere Bescheidenheit nicht zu verlieren. Wir leben nicht allein auf dieser Erde, sondern teilen sie mit unzähligen größeren und vor allem kleineren Lebewesen. Es liegt an uns wieder zu erkennen, dass wir auch heute noch ein Teil des natürlichen Ganzen sind.

Quelle: Mikiko Sato Gallery. Motiv (Ausschnitt, part of the original image): © Mikiko Sato Gallery

Mikiko Sato Gallery
Klosterwall 13, Hamburg
Di bis Fr 14:00 bis 19:00, Sa 13:00 bis 18:00
Abweichende Öffnungszeiten sind möglich


Das Musikvideo zur Ausstellung (Tipp: Hamburg2go, Disclaimer)

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