Bis 22.12.17 Levy Galerie: Unboxing

GRUPPENAUSSTELLUNG_
LEVY Galerie, 07. November bis 22. Dezember 2017

Die LEVY Galerie zeigt erstmals die Künstler des Berliner Galerieprogramms in den Hamburger Räumen: Julius von Bismarck, Felix Kiessling, Fabian Knecht, Daniel Mohr, Nik Nowak, Colin Snapp, Vicky Uslé und Sinta Werner.

„Unboxing“ – ein Begriff aus der Netzkultur – beschreibt Videos, in denen Insider sich beim Auspacken neu erworbenen Lieblingsgegenstände filmen und diese für einen potenziellen Kennerkreis veröffentlichen. Die 2012 in Berlin gegründete Galerie konzentriert sich auf die Präsentation von jungen nationalen und internationalen Künstlern, die sich kritisch und häufig ironisch mit unserer Gegenwart auseinandersetzen. Der Fokus liegt hauptsächlich

auf konzeptionellen Positionen, die unsere Wahrnehmung hinterfragen, soziale Gesellschaftsstrukturen reflektieren und naturwissenschaftliche und politische Themen subversiv aufgreifen. Sie fordern unsere perzeptiven Gewohnheiten und Erwartungen heraus – „entlocken“ uns gewissermaßen aus den Boxen unseres Denkens. Maßgebende Rolle spielt bei den Künstlern das Reisen, wobei sie weltweit im urbanen und natürlichen Raum Projekte realisieren, aus denen ihre finalen Arbeiten resultieren. Viele der in der Ausstellung gezeigten Werkserien heben einen bestimmten Ausschnitt unserer Umgebung, unserer Realität, unserer Umwelt hervor und erschaffen durch die Isolierung dieses Ortes und die Fokussierung unseres Blickes eine neue Aufmerksamkeit und Beschäftigung mit der jeweilig angestoßenen Thematik. Dafür kombinieren und kontrastieren die Künstler sogenannte alte und neue Medien: von der kinetischen Skulptur über Videos, Fotografien, Skulpturen bis zur Malerei.
Die Malereien von Vicky Uslé und Daniel Mohr zeigen die Natur aus einem anderen Blickwinkel – Daniel Mohr in einem Zusammenspiel aus Abstraktion und Figuration und Vicky Uslé durch einen changierenden Duktus harter Kanten und weicher Rundungen, womit sie den Kontrast zwischen Natur und urbanen Raum thematisiert. Sinta Werners Kunst spielt mit der Beziehung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, Realität und Abbild, physischer Präsenz und Projektion. In ihren Fotocollagen nutzt sie die Verdoppelung physischer Realität durch Schnitte und Faltungen um eine Irritation und Täuschung des Auges hervorzurufen. Nik Nowaks Arbeiten stellen zentrale Fragen zur Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Durch seine künstlerische Praxis hinterfragt er unseren Umgang mit Technologie. Seine medienübergreifenden Werke befassen sich häufig mit der Wirkung von Sound sowie mit der Rolle von Soundsystemen als kulturelle Transmitter oder akustische Waffen.

Die Künstler Julius von Bismarck und Felix Kiessling konzentrieren sich in ihren Arbeiten auf konzeptuelle, oft wissenschaftliche Ansätze und hinterfragen die Grenzen und Parameter menschlicher Wahrnehmung und entwickeln damit ein erweitertes Naturverständnis. Colin Snapp beschäftigt sich mit dem Thema des Tourismus als grundlegendes Phänomen einer mobilen Weltgesellschaft. Seine Arbeiten kreisen um die fotografische und cineastische Tradition, die Faszination des Alltäglichen und die Beziehung zwischen Reise und Wahrnehmung. Fabian Knecht untersucht gesellschaftliche und hierarchische Denkweisen und lässt die Grenzen zwischen Lebenswelt und Kunstsphäre verschwimmen. Sein künstlerischer Aktivismus spiegelt soziale und politische Prozesse der Vergangenheit und Gegenwart wider.

Als Ergänzung zum Ausstellungsraum wird ein Schiffscontainer – eine Videobox – im Garten der Galerie installiert, indem aktuelle Videoarbeiten der Künstler gescreent werden.

Quelle: Galerie Levy; Motiv (Ausschnitt): © FaK_ISOLATION (Dead Tree)_2017

LEVY Galerie
Osterfeldstr. 6, Hamburg
Di bis Fr 10.00 bis 18.00
Abweichende Öffnungszeiten sind möglich
www.levy-galerie.de

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