Zum Inhalt springen

Bis 07.03.18 Levy Galerie: C.O. Paeffgen – Obst- und Gemüsekisten

SKULPTUREN_
LEVY Galerie, 16. Januar bis 07. März 2018

Die Einfachheit hat System. Von Vögeln angesungen, vom verlängerten Elefantenrüssel eingefangen, oder als Orientierungsmarke am Firmament klebend setzt C.O. Paeffgen den Mond seit Ende der 1960er Jahre neben anderen wiederkehrenden Bildelementen in hölzernen Obst- und Gemüsekisten in Szene. Die Kisten sind wie Miniatur-Bühnen oder -Filmsets, auf denen sich alles und nichts abspielt. Ganze Dramen, das Ende ist stets nahe und baumelt bisweilen am Bindfaden. Der Künstler ist wie ein visueller Stichwortgeber, der etwas in den Raum stellt, das diese oder jene Deutung zulässt. Oder eben gar keine. Denn sein Prinzip lautet in greifbarer Nähe zur Maxime der Minimalisten, „What you see is what you see“(*): Es ist das, was es ist. Nichts steckt dahinter. Alles, was es zu sehen gibt, steht unverblümt vor dem Auge des Betrachters, der Betrachterin.

C.O. Paeffgen, Jahrgang 1933 und studierter Jurist, hat sich als Maler, Grafiker und Objektkünstler mit einer eigenwillig-autonomen, aus Medienimages schöpfenden Bildsprache einen Namen gemacht, die aus Ernst Komik macht – und umgekehrt, dem Komischen buchstäblich ernsthaft(e) Kontur gibt. Seine künstlerische Laufbahn startete er Ende der 1960er Jahre. Schon 1970 nahm er an einer Ausstellung in der Kunsthalle Köln teil, die erste von vielen weiteren Präsentationen in namhaften Museen und Kunstinstitutionen. Ironie und dunkler Humor sind treibende Kräfte seines zwischen der zweiten und dritten Dimension changierenden Werks, das politische Scharfsicht, bissige Kulturkritik und die widerständige Poesie des Absurden vereint.

Die von Anfang an parallel zu seinen bekannten malerischen Umrandungen und assemblagehaften Umwicklungen kreierten Obstkisten-Arbeiten sind multimediale Konglomerate aus Malerei und Skulptur, Objekt, Installation und Konkreter Poesie. Überhaupt: Die Konkrete Poesie, die sich selbst bedeutet und sonst nichts, ist eine lyrische Fuß- und Kopfnote, die in den Hinterfragungen und Deplatzierungen des Künstlers aufscheint.

Anmerkung:
(*) Frank Stellas Äußerung über den eigenen künstlerischen Ansatz 1964 wurde zum ästhetischen Schlachtruf der Minimal Art (vgl.: https://www.sfmoma.org/exhibition/what-you-see-is-what-you-see/).

Quelle: Galerie Levy/Belinda Grace Gardner; Motiv (Ausschnitt): © C.O. Paeffgen, Mädchen mit Bleigewichten, 1975, Assemblagen, 31 x 43,5 x 13,8cm

LEVY Galerie
Osterfeldstr. 6, Hamburg
Di bis Fr 10.00 bis 18.00
Abweichende Öffnungszeiten sind möglich
www.levy-galerie.de

My location
Routenplanung starten

Aktuelle Veranstaltungen

Kinder Kinder Festival

Hamburger Theater Festival

29. Lesbisch-Schwule Filmtage

Hamburg Motor Classics

The New Infinity

Eigenarten Interkulturelles Festival Hamburg

12. Krimifestival Hamburg

Kommentare sind geschlossen.

error: Geschützte Inhalte
Nach oben