Flyer Flogo 7.60 SE

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eBike Test: Flyer Flogo 7.60 SE

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MOBILITÄT___
eBike: Flyer Flogo 7.60 SE

Gerade zur Saison 2015 auf den Markt gekommen, ist das eBike Flogo 7.60 SE der Schweizer Firma Flyer für mich ein idealer Testkandidat. Nicht nur, weil es als „naked bike“, also ohne Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung daherkommt, sondern auch, weil es mit seinen 20″ großen (kleinen) und dickeren Reifen eine andere Optik hat als andere Bikes (das bei einigen sehr angesagte Brompton ist für mich nicht so interessant, aber bestimmt praktisch, so als Faltrad). Der Zeitpunkt ist außerdem gut, weil die Wettervorhersage ein schönes und trockenes Wochenende verspricht und ich gerade, nach einer Phase der Abstinenz, das Fahrradfahren wieder entdecke.

Der Hersteller „Flyer“ gilt zudem so ein bisschen als Qualitätsmaßstab in der Branche, weshalb viele professionelle Fahrradverleihe Flyer-Fahrräder im Programm haben. Zum Händler, der sich von mir überreden ließ, das nicht ganz günstige Flogo für ein Wochenende zu überlassen, fahre ich ökostrom-getrieben mit der Hamburger Hochbahn. Ein Zusatz-Bügelschloss von meinem Rad und anklickbare Beleuchtung im Rucksack, und gestärkt duch einen Döner auf dem Steindamm, sehe ich den Flyer schon durch die Glasscheibe des eBike-Stores. Edel in mattschwarz ist der „SE“ als special edition und „next generation“ (Akku) das Flagschiff der drei erhältlichen Flogos.

Die anderen sind nicht so „naked“ und verfügen über Schutzbleche. Der Flogo SE hat den selben leistungsstarken Panasonic Mittelmotor mit 36V, aber ist zusätzlich mit Scheibenbremsen vorn und hinten sowie mit einer 11-Gang- (statt 8-Gang-) Schaltung ausgestattet. Die Einweisung ist gründlich und ich werde besonders vor der „Spritzigkeit“ des Bikes gewarnt. Ein Fahrradhelm wäre eine Option, ich verzichte aber darauf, das Flogo hat eine Tretunterstützung bis 25 km/h. Am rechten Griff gibt es zwei Schaltwippen zum Einlegen der Gänge, auf der linken Griffseite lässt sich die Motorunterstützung in drei Stufen einstellen.

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Das Kommandozentrum, die wichtigsten Anzeigen und der Ein- und Ausschaltknopf

Ich erinnere das „Superman“-Gefühl meiner ersten und nur zwanzig Meter langen Kurzfahrt vor zwei Jahren auf einem anderen eBike: einmal getreten und dreimal weitergekommen. Also wird die maximale Unterstützung gewählt und ich beginne meine Runde in St. Georg. Das Ladegerät in der Größe zweier Laptopladegeräte habe ich zwar mitgenommen, da der Akku aber über 100 km reichen soll, werde ich ihn nicht brauchen. Die Beschleunigung ist enorm, sofort kommt der Gedanke, dass diese Ausfahrt etwas länger ausfallen wird.

Das erste Ziel ist die seit einigen Tagen eröffnete Outdoor-Spaßanlage mit Zieseln, der Zieselpark im Baakenhafen. Dazu fahre ich Richtung City Süd, Großmarkt- und Deichtorhallen, an der Oberhafenkantine vorbei Richtung Prototyp-Museum. Schon nach wenigen Anfahrten an Kreuzungen habe ich mich an die wirklich beachtliche Schubunterstützung gewöhnt und freunde mich mehr und mehr mit der Gangschaltung an, um die optimale Unterstützung zu finden. Die Geräuschkulisse ist sehr angenehm, der eMotor auch unter Belastung nur an der Wahrnehmungsgrenze, lediglich die Abrollgeräusche der Schwalbe Big Apple-Reifen sind zu hören, entschädigen aber durch einen weitgehenden Federungskomfort. Als ungeübten Biker mit entsprechend sensiblem Hinterteil begeistert mit die Sattelfederung, die schon wie ein kleines Kunstwerk aussieht. Auch härtere Stöße werden einfach mal so weggefedert.

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Geniale und sehr wirkungsvolle Sattelfederung

Trotzdem ist es Zeit für eine PoPause und die Holztreppen an der Baakenhafen-Brücke neben dem orangefarbenen Aussichtsturm sind eine gute erste Fotokulisse. Der Zieselpark und seine mietbaren „Spaßpanzer“ sind nur einen Steinwurf entfernt, trotzdem ist nichts zu hören. Der Grund: Auch sie werden mit Strom betrieben. Der Flogo soll hier mit seinen elektrischen „Vollblut-Kollegen“ Fotomodel spielen. Die Kulisse am Aussichtsturm ist grossartig: Wasser (Elbe), Gebäude im Bauhausstil (Uni), Öko-Hauptgebäude (Unilever), Musikpalast der Tränen (Elbphilharmonie) und Kreuzfahrtschiff.

Flyer Flogo 7.60 SE

Wandernder Aussichtsturm, jetzt ziemlich weit im Osten

Der Zieselpark ist nach einem leichten Dauerregen gerade am Trocknen und der Betrieb ist noch etwas ruhig. Ein paar Jungs drehen die Runde, die Mädels testen den Bounce-Faktor der Heuballen (kein Scherz, reale Beobachtung). Das Ganze ist eine sehr schöne kurzweilige Sache, es gibt eine kleine Restauration, und eine höher gelegenene Straßenebene, auf der ich mein Foto mache. Über meine eigene Zieselei schreibe ich in Kürze an dieser Stelle.

Flyer Flogo 7.60 SE

Das Flogo am Zieselpark in der Hafencity, Baakenhafen

Die nächste Station ist das Enerbanske (Wikipedia), eine Enoteca (Wikipedia) in der Hafencity, Am Dalmannkai 8, in 2 Min. eBike-Entfernung, die in der Liga der besten Cappuchino-Erzeuger Hamburgs ganz oben mitspielt. Der Betreiber Hans ist ein leidenschaftlicher Gastgeber, der mit seiner handbetriebenen Berkel-Schneidemaschine einen Schinkenteller zaubert, der seinesgleichen sucht. Dazu gibt es, wie in einer Enoteca üblich, verschiedene Kleinigkeiten zu entdecken und zu probieren. Zum Schinkenteller passt ein Rosé oder der „Vier Jahreszeiten“-Weißwein. Ich bin ein Fan von kaltem Weißwein und bleibe beim Kaffee. Und mache mich schließlich wieder auf die Räder.

Weiter geht es Richtung Alsterperle, durch die Innenstadt, am Hauptbahnhof vorbei, durch St. Georg, der Langen Reihe, direkt zum Wasserparkplatz vor dem Literaturhaus am Schwanenwik. Vorher sehe ich mir noch an der Schwanenwikbrücke an, wie man mit vielen kleinen Schlössern ein Gesamtgewicht erreicht, das den Diebstahl des Geländers unmöglich macht. Coole Lösung, angeblich aus Venedig abgeguckt.

Flogo mit Diebstahlgesicherter Brücke (Gewicht)

Flogo an extremst diebstahlgesicherter Brücke

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Alster, Alsterperle, Gans, Skyline, Flogo

Die hinter dem Flyer stehende Biketec AG wurde am 3. Dezember 2001 gegründet.  Nachdem der Prototyp eines elektrifizierten Fahrrades („Roter Büffel“) 1993 die ersten Runden gedreht hatte, wurde von 1995 – 1999 ein erstes Serienprodukt in Kleinserie durch die Firma BKTech AG hergestellt: Der FLYER Classic. Dank der Unterstützung von Investoren und in enger Zusammenarbeit mit Hochschulen, Zulieferanten und Behörden konnte der New Flyer entwickelt und realisiert werden. Mit einem Jahr Verspätung wurde das Versprechen im Frühsommer 2000 eingelöst. Im Juli 2009 hat das Biketec-Team das neue Werk in Huttwil in Betrieb genommen.

Die technischen Daten:
Motor: Panasonic Mittelmotor, 15 Ah, 36V
Leergewicht:  schwer! (auch ohne Akku!)
Preis: ca. Eur 3.850,- (Update: zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels)

Text/Fotos: fsa/Hamburg2go

Der Flyer Flogo wurde für diesen Test für ein Wochenende zur Verfügung gestellt von:
eBike Company, Kontakt: Hr. Hollstein
Lindenplatz 1, Hamburg
www.ebikestore.de

Hamburg2go Politics: Die Initiative für diesen Lifestyle-Test ging von Hamburg2go aus. Von Seiten des Herstellers/Händlers sind keine weiteren Leistungen erfolgt ausser der Überlassung für den Test.

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