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BMW i3 – Mehr als elektrisch

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BMW i3 im Praxistest

Unser Testwagen für dieses Februar-Wochenende ist der i3 in weiß, mit blau abgesetzten Designelementen und 19-Zoll-Reifen, die perfekt zu den Proportionen des Autos passen. Die Farbe Weiß gefällt uns, aber da sind wir im Bereich des persönlichen Geschmacks.. Da sich der Winter in diesem Jahr noch nicht so richtig gezeigt hat, müssen wir zum  Glück nicht mit glatten Strassenverhältnissen rechnen, aber es ist windig, und ziemlich kalt. Vielleicht ein Grund dafür, dass die Batterieanzeige uns bei Abfahrt eine Reichweite von nur 127 Kilometern anzeigt, bis zu 160 sollen möglich sein. Wer schon elektrisch gefahren ist, weiss allerdings, dass die Fahrweise entscheidend ist, und die Anzahl der Gelegenheiten, durch die Motorbremse Energie zurückzugewinnen. Diese Rekuperation ist beim BMW i3 bis ins Feinste ausgearbeitet: Der Wagen kommt durch einfaches Gas-Wegnehmen bis zum Stillstand und muss nur auf Neigungen leicht mit der Bremse gegen Rollen gesichert werden. Dieses Auto lässt sich intuitiv begreifen und mit etwas Gefühl sehr elegant fahren, wie eine große Limousine.

Wir fahren quer durch die Stadt, über Eppendorf entlang der Alster in die Innenstadt und freuen uns über die Ruhe beim Gleiten, die Entspannung, die sich beim Fahren einstellt und die freundlichen Reaktionen der Passanten, an denen wir in den Großen Bleichen und am Neuen Wall so gut wie lautlos vorbeigleiten. Etliche Daumen zeigen nach oben, unsere auch, während der gesamten zwei Testtagen. Nicht nur in der Stadt, auch auf der A1, über die Elbbrücken bis zur Abfahrt Harburg, gibt es hinsichtlich Geräuschentwicklung und Fahrkomfort überhaupt nichts zu meckern. Der i3 liegt bei etwas über 100 km/h und zum Teil starkem Seitenwind souverän auf der Autobahn. Ohne jegliche Bedenken könnte ich jetzt nach Berlin oder nach Kiel für einen Kurztripp fahren. Aber wir wollen unterwegs sein, und nicht über geplante Ladestopps nachdenken. Wir rollen bis Over auf der anderen Elbseite und stellen bei einem kurzen Halt fest, dass die Gastronomie direkt an der Elbe bei der letzten Sturmflut auch zuviel Wasser abbekommen hat, dort wird noch renoviert. Die Oberhafenkantine lässt grüssen. Wir fahren also weiter zu Sophia beim Anleger am Vogelhüttendeich, eine Pflichtstation, die für Elektro-Afficionados eine immer wieder schöne Gelegenheit ist, die eigenen Batterien mit einer Erfrischung aufzuladen. Für meinen Mitfahrer, der privat mit einem Elektroroller den Electric-Rider gibt, ist der Anleger ebenfalls Kult.
Wir gleiten anschließend durch den Harburger Binnenhafen, sehen uns die aktuellen Veränderungen vor Ort an, und philosophieren, wie so oft, über die Neue Mobilität.

Was ist das Auffälligste an einem Elektroauto? Ganz sicher die Ruhe. Die Ruhe des Autos am Ladegerät, die Ruhe wenn die Funktion „Drive“ aktiviert ist, die Stille beim Anfahren, die Stille  während der Fahrt, die Ruhe beim Stand an der Ampel. Die Ruhe, zu die einem die Ladezeiten zwingen. Die zu planen aber eigentlich nur eine Frage der Übung ist. Und wie wir an diesem Testwochenende merken sollen, (immer noch) ganz erheblich eine Frage der Ladeinfrastruktur. Sprich: Wo, verdammt, tanke ich elektrisch. Am Blankeneser Bahnhof zum Beispiel ist die Ladesäule aktuell demontiert.
Den Anforderungen von heute entsprechend, bietet BMW den i3 auch mit einem Range-Extender an, ein 2-Zylinder-Motor erzeugt bei Bedarf Strom und vergrößert die Reichweite auf über 300 km.

Was ist das Auffälligste am BMW i3? Sicherlich, dass das Konzept aufgegangen ist: Raumgefühl! Sehr viel Kopfreiheit, große Glasflächen, ein weit nach vorn, und nach hinten, stellbarer Beifahrersitz, viel Platz und Wohlgefühl im Fond. Im Gegensatz zu seinem grösseren und flacheren Bruder i8, der die Aerodynamik in den Vordergrund stellt, ist der i3 ein sehr perfekter Stadtwagen. Etwas, das bei jedem Ein- und Aussteigen Extrapunkte bringt: Die hohe Position der Sitze, die nicht nur für ältere Menschen und Leuten mit Rückenproblemen ein echter Komfortgewinn ist. Das Kofferraumvolumen ist nicht berauschend, aber völlig ausreichend für das, als was der Wagen gedacht ist. Und zwei Golfbags sind auch unterzukriegen, wenn die Rücksitze einfach und schnell umgelegt werden.

Ich kann nicht behaupten, dass ich mich durch diese Fahrt mit einem Elektroauto wie ein besserer Mensch gefühlt habe, naja, vielleicht ein kleines bisschen. Der stärkste Gedanke war jedoch, dass Autofahren genau so sein sollte: Leise, komfortabel, mit mehr als ausreichend Leistungsreserven. Und zu denen zählt neben linearer Kraftentfaltung und Spurtstärke auch die Reichweite. Mit dem i3 an einer Ampel schneller wegzukommen als ein A6 Avant, der aus dem Stop- erst einmal wieder in den Start-Modus wechseln muss, ist überhaupt kein Problem.

Da wir bei der Technik eigentlich nicht mehr über Ausgereiftheit und Alltagstauglichkeit sprechen müssen, bleibt eben das Batterie- oder Reichweitenthema. Dies ist nach  heutigem Stand wirklich zu bedenken: Habe ich eine Steckdose in der Garage? (Habe ich überhaupt eine Garage?) Kann ich eine Wallbox in der Garage installieren um schneller Strom zu laden? Habe ich Zugang zu einer Gleichstromlademöglichkeit? In diesem letzten Fall können 80% der Kapazität nach etwas mehr als einer halben Stunde geladen sein. Als Laternenparker brauche ich eine „Zapfsäule“, die natürlich auch noch nicht besetzt sein darf. Heute meistens noch kein Problem, zumal die Apps für Smartphones immer besser werden und besetzte Ladeplätze anzeigen. Hier unterstützt der i3 seinen Besitzer mit umfangreichem Service. Neben einer Anzeige der Ladestationen lassen sich auch Routenplanungen vom Smartphone auf das Auto übertragen. Und ich kann schnell mal von überall her mit dem Telefon checken, wie der Ladezustand nach einem Kaffee- und Kuchenstopp aussieht.

Das große Problem nach dieser Testfahrt: Den i3 wieder zurückzugeben. Mein Kopilot Mikel, der auch noch die Website Green Life betreibt (betrieben hat), und ab April wieder mit seinem Solarboot SOLARIS und Gästen auf der Elbe unterwegs ist, ist genauso begeistert. Dieses Auto macht es einem sehr leicht, zu einem Freund zu werden. Wir drehen zum letzten Mal den Schalter auf „P“. Die Bedienelemente sind, bis auf den Drehschalter hinter dem Lenkrad, der tatsächlich anders – und gewöhnungsbedürftig ist – keine Überraschungen, wie das gesamte Auto. Im absolut positivsten Sinne.
Wer elektrisch fährt, merkt, dass sich etwas im Kopf bewegt. War Autofahren nicht am Anfang elektrisch? Der erste Mercedes? Der erste Porsche? Gab es nicht eine Zeit, in der in New York mehr Elektroautos gefahren sind als Benzinbetriebene? Ich bin jedenfalls seit meiner Rollerfahrt mit dem Vectrix Maxiroller durch Berlin im Jahr 2009 völlig „elektrifiziert“.

Fotos: Hamburg2go, MM

Der BMW i3 wurde uns für diese ausgiebige Testfahrt zur Verfügung gestellt von der:

BMW Niederlassung Hamburg
Offakamp 10-20
www.bmw-i-hamburg.de

Hamburg2go Politics: Die Initiative für diesen Lifestyle-Test ging von Hamburg2go aus. Von Seiten des Herstellers/Händlers sind keine weiteren Leistungen erfolgt ausser der Überlassung für den Test.

Der blau-weiss-schwarze BMW i3 vor dem Stadion

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Die besondere Heckansicht

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Das Ladekabel im vorderen Verstaufach

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Der Kofferraum im iPhone-Größenvergleich

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Der Einstieg ohne B-Säule

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Das Multifunktionsdisplay

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Hervorragendes Rückfahrprogramm

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Design trifft Design am Marco Polo Tower in der Hafencity

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Die markanten Rücklichter bei Nacht

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