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Bis 17.04.16 xpon-art: überMACHT

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GRUPPENAUSSTELLUNG___
xpon-art gallery, 10. März bis 17. April 2016
Öffnungszeiten: Sa bis Di von 18:00 bis 21:00

15 Künstler setzen sich im Rahmen der Gruppenausstellung überMACHT mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Kräfteverhältnissen und ihren Extrempositionen auseinander. „Wissen ist Macht“, sagt ein Sprichwort, doch wer über Macht spricht, kommt schnell zu vielen Aspekten von Herrschaft und Gewalt: Staatsmacht, die Übermacht der Lobbyisten, Siegermächte, Machtverhältnisse im Fußball, Machtspiele von Großkonzernen, Macht im Verhältnis der Geschlechter…

Ideologische Übermacht, Übermacht durch Überpräsenz, übermächtige Anschauungen, emotionale Übermacht, digitale Übermacht, Hinwendung zu höheren Mächten, das Gefühl von Ohnmacht …. Macht kann viele Formen haben und hat doch immer eine Konstante – ihrem Wesen nach beruht sie stets auf einem Ungleichgewicht. Macht findet Ausdruck in Dynamiken, in Systemen, in Denkweisen – wie jedoch lässt sie sich bildnerisch darstellen?

Die russische Videokünstlerin Alena Bulycheva untersucht soziale Machtstrukturen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Arne Lösekann beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Macht, Gewalt und Potenz, Waffen und Phallussymbolen. Zudem gibt er dem Besucher Macht über die von ihm entworfene Maschine. Oder siegt die Macht des Zufalls? Theodor Yemenis verbildlicht in kritischen und doch poetisch und visuell starken Fotografien auf beeindruckende Weise die Übermacht des Kapitalismus. Nicht minder metaphorisch sind die Objekte von Florian Huber – seine Pusteblume aus den Zacken des Nato-Stacheldrahts stellt auf faszinierende Art und Weise dar, wie schön und gleichzeitig höchst gefährlich das Spiel mit der Macht sein kann.

Emotionale Höhenflüge und Sprachlosigkeit

Die Collagen von Horst Brockmann visualisieren Emotionen, die mit der Übermacht einhergehen. Emotionale Höhenflüge und Sprachlosigkeit, Unterdrückung, gedankenlose Folgsamkeit. Emotional höchst aufgeladen sind auch die Fotografien von Miroslav Menschenkind. Er hat die Kollisionen zwischen Fußballfans und der Polizei eingefangen.

Inka Perl inszeniert sich selbst als Heilige und nimmt damit auf ironische Weise das Thema der Machzuschreibung an Heilige sowie die Idolisierung von Personen unter die Lupe. Jan Dirksen dagegen richtet den Fokus auf die digitale Übermacht und führt mit seiner eigens gebauten Maschine vor Augen, dass nicht alles, was dem übermächtigen Internet entnommen ist, inhaltlich Sinn ergibt. Denn drückt der Besucher einen der vielen Knöpfe, dann generiert die Apparatur zufällige, dem Web entnommene und wahllos mit Personen und Orten verknüpfte Tweets. Digitale Übermacht ist auch das Thema von Stilla Seis Fotoarbeit.

Katharina Lökenhoff geht es in ihren Malereien um die Frage des Reizes von Macht. Kann der Mensch dieser Verlockung widerstehen? Wie groß ist das menschliche Potenzial und wann ist es erschöpft? Gleichzeitig präsentiert sie die Macht von Sexualität, Trieben, Emotionen. Wie weit können wir uns auf die Vernunft verlassen und wann verlässt sie uns? Auch Ulrike und Günther-Jürgen Klein setzen hier an. Plakativ und überdimensional vergrößert konfrontieren sie mit weiblichen Brüsten. Sexsymbol oder Muttergottheit?

Die Übermacht des eigenen Egos

Die Übermacht des eigenen Egos betrachtet auch Margot Berghaus – Narziss ist das Thema ihrer Arbeit. Miriam Wuttke dagegen geht es um die Macht von Bindungen zwischen Menschen. Ihre fotografischen Collagen führen auf liebevolle Weise die Redewendung „gemeinsam sind wir stark“ vor Augen und werden durch eine Performance ergänzt, in der die Künstlerin die Macht des Schicksals beschwört, welches die Bindungen so jäh und abrupt beenden und auseinander reißen kann.

Mit Olli Hollands Soundinstallation wird dem Besucher die Eingängigkeit und Macht der Inszenierungen von totalitären Staaten zu Ohren geführt. Sie steht in krassem Kontrast zu Valérie Wagners leisen schwarz-weiß Fotografien, welche die Macht des Übersinnlichen befragen und stille Bilder der religiösen Kontemplation liefern.

Teilnehmende Künstler: Alena Bulycheva, Arne Lösekann, Florian Huber, Horst Brockmann, Inka Perl, Jan Dirksen, Katharina Lökenhoff, Margot Berghaus, Miriam Wuttke, Miroslav Menschenkind, Olli Holland, Stilla Seis, Theodor Yemenis, Ulrike + Günther-Jürgen Klein, Valérie Wagner.

Quelle: xpon-art gallery, Motiv (Ausschnitt, part of the original image): © Inka Perl, Selbst als Heilige

xpon-art gallery
Sa bis Di von 18:00 bis 21:00
Finissage: 17. April 2016, 11:00 bis 16:00
Repsoldstraße 45, Hamburg
www.xpon-art.de

 

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